Hauptschüler erfolgreich in weiterführenden Schulen – Landkreis Konstanz überdurchschnittlich erfolgreich

Veronika Netzhammer, MdL
Veronika Netzhammer, MdL
„Auch Hauptschüler haben sehr gute Chancen, eine mittlere Reife zu erwerben“, so Landtagsabgeordnete Veronika Netzhammer, „und zwar über die Berufsfachschulen“.

Dies geht aus einer Kleinen Anfrage hervor, die Veronika Netzhammer an die Landesregierung gestellt hat.

Danach haben im abgelaufenen Schuljahr 2007 / 2008 in ganz Baden-Württemberg 32.349 Schülerinnen und Schüler eine zweijährige Berufsfachschule besucht, die zur Fachhochschulreife führt. Mehr als die Hälfte besucht anschließend noch ein Berufskolleg, knapp 10 % wechseln auf ein berufliches Gymnasium und streben das Abitur an.

Im Schuljahr 2007/2008 besuchten im Regierungsbezirk Stuttgart 11.032, im Regierungsbezirk Karlsruhe 8.131, im Regierungsbezirk Freiburg 6.969 und im Regierungsbezirk Tübingen 6.217 Schülerinnen und Schüler die zweijährige Berufsfachschule. Darunter befinden sich auch 842 Schülerinnen und Schüler im Landkreis Konstanz.

Bezogen auf die Hauptschulabgängerzahl am Ende des Schuljahres 2006 / 2007 sind im Landkreis Konstanz im Jahr 2007 51,4 % der Hauptschulabgänger auf eine zum mittleren Bildungsabschluss führende Berufsfachschule übergewechselt.

Damit liegt der Landkreis Konstanz deutlich über dem Landesdurchschnitt sowie über dem Durchschnitt im Regierungsbezirk Freiburg.

Im ganzen Land Baden-Württemberg sind im Jahr 2007 47,9 % der Hauptschulabgänger auf eine zum mittleren Bildungsabschluss führende Berufsfachschule übergewechselt.

Hinsichtlich der Regierungsbezirke lag die Quote bei 45,7% (Stuttgart), 53,2 % (Karlsruhe), 45,2 % (Freiburg) sowie 48,9 % (Tübingen).

Am Ende des Schuljahres 2006/07 haben 12.685 Schülerinnen und Schüler die öffentlichen und privaten Berufsfachschulen mit Fachschulreife verlassen. Im Schuljahr 2007/08 gab es 1.250 Zugänge mit Fachschulreife in die Eingangsklasse (Klassenstufe 11) der öffentlichen und privaten beruflichen Gymnasien und 6.843 Zugänge mit Fachschulreife in die Eingangklasse der öffentlichen und privaten Berufskollegs. Daraus errechnet sich eine Übergangsquote von 9,9 % auf die öffentlichen und privaten beruflichen Gymnasien und von 53,9 % auf die öffentlichen und privaten Berufskollegs.

Die Landesregierung geht davon aus, dass Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule aufgrund der beruflichen Grundqualifikation und des höheren Lebensalters gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz im dualen System haben. Diese Einschätzung wird von den Industrie- und Handelskammern im Land grundsätzlich geteilt.

Danach werden Berufsfachschüler gerade von kleinen und mittelständischen Unternehmen gerne als Auszubildende eingestellt, sofern die besuchte Schulart dem Berufsfeld des angestrebten Ausbildungsberufs entspricht.

Im Handwerk machen nur vergleichsweise wenige Jugendliche von der Möglichkeit der zweijährigen Berufsfachschule mit der Option des mittleren Bildungsabschlusses Gebrauch. Generell wird jedoch die Verknüpfung von mittlerem Schulabschluss und berufsschulischen Inhalten positiv eingeschätzt und von den Betrieben als attraktiv angesehen. Die Chancen der Absolventen auf dem Ausbildungsmarkt werden, zumindest bei guten Leistungen in der zweijährigen Berufsfachschule, als gut angesehen.

Veronika Netzhammer: „Die Berufsfachschulen nehmen eine wichtige Stellung innerhalb eines Bildungssystems wahr. Insbesondere ihre berufliche Orientierung macht sie für Schüler und auszubildende Betriebe gleichermaßen attraktiv. Die Berufsfachschule darf keinesfalls durch den Ausbau der Werkrealschulen sterben“.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben