CDU fordert Mandatsverzicht von AfD-Abgeordnetem

"AfD hat kein Interesse an Grundwerten“

 

 Singen - Die CDU im Kreis Konstanz fordert von Wolfgang Gedeon, auf sein Landtagsmandat zu verzichten. „Wir sind der Meinung, dass jemand, der solche Ansichten vertritt, nicht geeignet ist, um für die Menschen in unserer Region zu sprechen,“ erklärt der Kreisvorsitzende Willi Streit in einer Pressemitteilung des CDU-Kreisverbands. Kaum nachvollziehbar sei, dass die AfD im Wahlkreis Singen Gedeon als Kandidaten aufgestellt habe, von seinen Büchern und Texten aber nichts gewusst haben wolle. Der AfD-Politiker betreibe mit Eifer die zynische Instrumentalisierung des Holocaust-Gedenkens für eine radikale Verschwörungstheorie, die nur Hass und Ressentiments schüre. Damit habe er eine Grenze überschritten, die wissenschaftlicher und moralischer Konsens sei. „Zur Menschenwürde gehört auch diejenige der Opfer“, betont Streit. Sie zu missachten, entspreche gerade nicht der Tradition des christlichen Abendlands, für welches die AfD vortäusche einzustehen. „Das sind Grundwerte, auf die wir uns in Europa nach zahllosen Katastrophen geeinigt haben.“, meint Streit. Gedeon stelle diese Grundwerte durch seine Äußerungen infrage und sich selbst damit ins politische Abseits. Dass die AfD ihn trotz seiner Publikationen nominiert habe, zeige, dass die Partei für diese Grundwerte kein Interesse hege. Ihre Taktik sei stets die gleiche: Die Partei betreibe eine gezielte Radikalisierung der politischen Auseinandersetzung, um sich dann halbherzig davon zu distanzieren.

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